Mit meinem iPhone und AirPods Musik zu hören ist sicher eine bequeme Sache aber wenn ich in den letzten zwei Jahren eins über mich gelernt habe, dann, dass ich mich vom Smartphone viel zu schnell ablenken lasse, bei jeder noch so kleinen Gelegenheit in Doomscrolling verfalle und mir eine toxische Mischung aus Memes und politischen Inhalten gebe.
Seit dem Smartphone hat mein Musikkonsum gelitten. Anfangs noch begeistert von Spotifys Empfehlungen war ich dann doch sehr schnell gelangweilt von den Tipps die irgendwie alle passend aber nie überraschend waren. (Überraschend war es nur, wenn mir mit genügend Marketingbudget irgendwas von Mark Forster in den Mix der Woche gespült wurde.)

Long Story Short: nachdem ich ein paar Jahre YouTube music genutzt habe ist mir mein iPod wieder in die Hände gefallen und ich habe anfangs aus purer Neugierde geschaut, ob der Akku noch hält und er noch Musik abspielt: tut er. Daraus wurde eine stundenlange Listening Session, die einfach nur Spaß gemacht und mir ein paar wichtige Dinge gezeigt hat:
Pro:
- Er klingt viel besser, sogar mit den Standard Apple Kopfhörern
- Der Kopfhörerausgang ist wesentlich lauter
- Ich bin beim Musikhören nicht auf Empfang und meine Offline-Playlist angewiesen (nimm das, REWE!!)
- Ich höre wieder viel bewusster ganze Alben
- Der iPod lässt sich in der Jackentasche bedienen
- Vielleicht das Wichtigste: mein iPhone liegt viel öfter ungenutzt rum
Contra:
- Der eingebaute Akku hat über die letzten 18 (lol) Jahre etwas an Kapazität eingebüßt
- Man muss halt ein weiteres Gerät mitnehmen (ich finde dass es auch viele Vorteile hat)
- Man verwandelt sich beim Tragen innerhalb weniger Minuten in ein mystisches Wesen von unmenschlicher Coolness. Damit muss man erstmal umgehen lernen.
iPods haben als Feature, dass sie die Wiedergabe bei einem Wackelkontakt pausieren. Wer schonmal einen Sennheiser HD-25 hatte, weiß, dass der Kopfhörer die Mutter aller Wackelkontakte ist. Der erste Test mit dem HD25 außerhalb der Wohnung war also etwas ernüchternd und ich dachte, dass die Festplatte was abbekommen hat. Schnell konnte mich Reddit aber an dieses Feature erinnern und mit anderen Kopfhörern spielt der iPod wieder Musik ab als wäre nichts gewesen.
Seitdem ist der Griff zum iPod für mich so natürlich wie den Schlüsselbund mitzunehmen und ich liebe es einfach, mich beim Musik aussuchen nur darauf konzentrieren zu müssen.
Selbstverständlich haben diese zwei kleineren Mankos – Akkukapazität und Wiedergabe bei Wackelkontakt aber meine Lust auf ein neues DIY-Projekt aktiviert und ich bin in die Materie des iPod-moddings eingestiegen. Um ganz ehrlich zu sein haben es mir besonders die transparenten und bunten cases angetan mit denen man seinen iPod verschönern kann. Weil ich aber so sehr an meinem iPod hänge, ist es für mich keine Option, damit DIY Versuche zu unternehmen. Außerdem lassen sich Geräte der 6. Generation schwerer öffnen und die Gefahr, das Originalgehäuse zu beschädigen ist größer. Deshalb habe ich mich ein paar Abende auf eBay, Kleinanzeigen und Modding-Foren herumgetrieben und mir eine kleine Übersicht verschafft, was möglich ist und welche Modelle sich besonders eignen. Dazu aber mehr im nächsten Beitrag. Ich muss schließlich auch noch auf meinen zweitPod warten.