24 Jan 2026 DIY

Ich habe einen iPod gemodded und es war überhaupt nicht schlimm

Wer mir auf der verbotenen Plattform aufmerksam folgt, weiß es schon: besagter iPod der 5. Generation lag unterm Messer und es lief ganz gut.

Wichtigster Disclaimer vorab: Das hier soll keine Anleitung werden. Falls du deinen iPod oder dich selbst frittierst bin ich untröstlich aber ich kann keine Verantwortung für irgendwas übernehmen. Ich beschreibe hier nur, was ich gemacht habe und wann ich welches YouTube-Video angeschaut habe.

Teil 1: Die Recherche

Wenn man sich mit iPods auseinandersetzt, kommt man eigentlich nicht am Kanal von dankpods vorbei. Hier wird alles an Wissen vermittelt, was man im Vorfeld braucht, außerdem ist er irre unterhaltsam.

Mein iPod der 6. Generation war eh raus, weil ich an diesem wichtigen Relikt nichts verändern wollte. Außerdem hat meine Recherche ergeben, dass die Modelle der 6. und 7. Generation absolut schrecklich zu öffnen sind und dass viele Leute sich beim Versuch das Gehäuse verbogen haben. Wer risikobereit ist und ein gutes Angebot gefunden hat, findet aber hier ein Video das zeigt, wie man den iPod der 6. und 7. Generation öffnen kann.

Weil ich das „Projekt” finanziell nicht aus dem Ruder laufen lassen wollte, war dieses Video für mich ganz interessant. Hier wird der iPod Mini der 2. Generation als günstigstes und einfachstes iPod Modding-Projekt vorgestellt. Man kann ihn leicht öffnen und soweit ich weiß, relativ easy den Akku tauschen und mit einem CF- auf SD Adapter den Speicher erweitern. Auf ebay und kleinanzeigen waren die iPod minis der 2. Generation aber ähnlich teuer, wie die iPods der 5. Generation – teilweise sogar teurer.

Weil ich aber durchs rabbit hole erfahren habe, dass die iPods der 5. Generation einen anderen DAC (Digital to analog converter – also der Wandler von digitalen Informationen hin zum Kopfhörerausgang) verbaut haben, der oft in den höchsten Tönen gelobt wurde und der Preis beider Geräte nahezu identisch ist, fiel meine Wahl dann auf den iPod der 5. Generation. Wenn Geld keine Rolle spielt oder du ein gutes Angebot findest, empfehle ich dir einen iPod der Generation 5.5 mit großem Speicher (ich glaube 60GB?) der hat mehr RAM und damit das größte Modding-Potenzial, denn mit Rockbox als Betriebssystem kann man viele Dinge machen (kA, werde noch herausfinden, was genau).

Teil 2: Was brauche ich noch?

Okay, eventuell habe ich Tag und Nacht auf Kleinanzeigen und ebay gelebt und dann irgendwann einen iPod der 5. Generation mit 30GB Festplatte für einen fairen Preis bekommen. Wenn ich das Ding schon aufmache, dann möchte ich auch den Akku tauschen, den richtigen habe ich schnell bei ifixit bekommen.

Auf Aliexpress habe ich dann noch ein transparentes Case (sorry, das Mopped soll halt auch cool aussehen) und ein Ersatzdisplay bestellt, weil mein Ausgangs-iPod vorne verkratzt war. (Später hat sich herausgestellt dass über dem Display noch ein Schutz ist und nur der verkratzt ist, deshalb brauchte ich das Display in diesem Fall nicht)

Bei iflash.xyz habe ich mich dann für einen iflash dual und das Werkzeug zum Öffnen entschieden. Der iflash dual ist der Adapter, der anstatt der ursprünglichen Festplatte verbaut wird und Platz für zwei Micro SD Karten bietet. Es gibt auch einen mit Platz für 4 allerdings habe ich ja einen der iPods mit weniger RAM und laut meiner Recherche finden die mehr als 20.000 Tracks in der Library nicht so geil. Als Massenspeicher für unterwegs taugt so ein iPod auch nur bedingt, denn alle Verbindungen sind USB 2.0 und damit nicht mehr wirklich zeitgemäß schnell.

Die Micro-SD Karte gab es dann von den üblichen Verbrechern. 128GB war Preis-Leistungstechnisch die beste Option, deshalb habe ich noch einen Steckplatz frei, falls ich doch mal 256GB ausprobieren möchte. Hier braucht man nicht die schnellste Karte denn der iPod kann mit einem so großen Datendurchsatz nichts anfangen, es wurde eine UHS-1 Karte von Sandisk mit 140Mb/s Lesegeschwindigkeit.

Irgendwann war dann alles da und ich hatte keine Chance mehr, dieses Modding-Vorhaben vor mir herzuschieben.

Teil 3: Wir gehen rein

Man könnte jetzt meinen, dass das hier der umfangreichste Teil wird aber im Großen und Ganzen hat sich das alles so viel unspektakulärer gestaltet, als ich ursprünglich dachte. Ich glaube, ich habe insgesamt etwa 40 Minuten gebraucht und 15 davon war YouTube-Watchtime.

Dieses Video hat mir dabei geholfen, den iPod zu öffnen. Wichtig ist, dass man auf der rechten Seite anfängt weil links ein paar dünne Kabel sind die man schnell beschädigen kann.

Dieses Video hier hat mir beim Batteriewechsel geholfen und um vorab zu sehen, auf welche Dinge ich achten muss.

Hier gibt es viel über die Speichererweiterung und wie sich die Kabelverbindungen öffnen und schließen lassen. Er gibt viele Tipps, wie man das mit dem richtigen Tape noch eleganter machen kann. Habe ich ignoriert.

Alles zum Wechsel des Gehäuses findest du hier.

Wie du siehst, habe ich mir das praktische Wissen aus vielen YouTube-Videos zusammengesucht (und war trotzdem recht fix unterwegs). Was der eine etwas zu ungenau darstellt, wird im anderen Video genauer gezeigt und ich konnte mich gut von Problem zu Problem hangeln.

Kurz zusammengefasst habe ich:

  • Den iPod geöffnet (Wichtig: rechts anfangen, vorher die Tastensperre mit dem Hold-Schieberegler aktivieren und abgucken wie die anderen dieses Werkzeug ansetzen)
  • Kabel vom Akku und Kabel vom Kopfhöreranschluss abgezogen, damit die obere und untere Hälfte vom iPod voneinander getrennt sind
  • Den Alten Akku aus der Schale gehebelt (hier auf das Kabel zum Kopfhöreranschluss aufpassen – es reicht wenn man es mit dem Finger runterdrückt, während man den alten Akku vom Kleber löst)
  • Den neuen Akku eingeklebt
  • Die alte Festplatte rausgenommen. Schaut euch vorher an, wie man das Flachbandkabel vom iPod zur Festplatte richtig abnimmt
  • Die 6 Schrauben zwischen Metallrahmen und schwarzer Gehäuseplatte gelöst und von vorne die schwarze Frontplatte aus dem Metallrahmen gedrückt. Vorsichtig natürlich.
  • Die Schutzfolie vom neuen Gehäuse gelöst, alles wieder zusammengesetzt und das Gehäuse wieder mit dem Rahmen verschraubt
  • Die MicroSD Karte in ExFAT formatiert (hier scheiden sich die Geister ob das nötig ist, ich hatte keinen Bock, Arbeit doppelt zu machen, deshalb hab ich das vorher gemacht)
  • iFlash dual anstelle der Festplatte angeschlossen und diesen mitgelieferten kleinen Gummi-Klebenupsi auf den iFlash geklebt, damit der nicht im iPod hin und her wackelt (wenn wir ehrlich sind habe ich das vergessen und musste den iPod noch ein zweites Mal öffnen, naja.)
  • Akku und Kopfhörerkabel verbunden und alles wieder miteinander vertüddelt
  • iPod mit dem Rechner verbunden und gehofft, dass er sich im Wartungszustand meldet und wiederhergestellt wird
  • Hier wurde es etwas sketchy: ich musste das zwei, drei Mal probieren weil sich iTunes aufgehangen hat aber anschließend hat sich der iPod komplett ohne Probleme angemeldet und Syncen lassen. Danke an Reddit, irgendwo da habe ich ein paar Tipps von Leidensgenoss:innen gefunden.

iFixit empfiehlt, den neuen Akku wie folgt zu kalibrieren: das erste Mal auf 100% aufladen und mindestens zwei Stunden am Kabel hängen lassen, im Anschluss dann den iPod komplett leerlaufen lassen, bis er sich selbst abschaltet (an diesem Punkt bin ich gerade..) um ihn anschließend wieder voll aufzuladen. Und genau hier wird die Sache beeindruckend weil ich einfach ein Monster erschaffen habe: durch die SD-Karte verbraucht der iPod weniger Strom und macht nach 12 Stunden immer noch keine Anstalten mal auszugehen. Super cool und es erinnert mich an Nokia 3210-Zeiten aber ich würde jetzt auch gerne mal in den Regelbetrieb übergehen. Du brauchst also wirklich keinen größeren Akku.

Hier musste ich ein paar Mal neustarten und mich durch Reddit-Boards hangeln. Keine Panik!
Geschafft!

Ich hoffe, dir mit diesem Beitrag ein wenig Angst vor dem iPod – Modding genommen zu haben und bin sehr gespannt auf deine Kreation!